15.000 LKW-Ladungen Müll – Sicherung des Grundwassers in Mertesdorf

5 Okt

DSC_6618 - Arbeitskopie 2

Papier, Restmüll, Gelber Sack. Vielleicht noch eine Bio-Tonne? Nicht immer hat Recycling einen so hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft gehabt wie heute. So war die Müll-„Verwertung“, die vom Ende 1970er bis in die frühen 90er Jahre hinein auf dem damals gegründeten Entsorgungs- und Verwertungszentrums Mertesdorf (EVZ) praktiziert wurde, aus der heutigen Sicht eine Katastrophe: Der Müll wurde ohne besondere Schutzmaßnahmen einfach abgekippt und verdichtet. Um eine Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern, verlagert der Zweckverband Abfallwirtschaft im Raum Trier (A.R.T.) den Müll nun auf eine korrekt abgedichtete Deponie.

Heute ist das EVZ Mertesdorf eine Vorzeigeeinrichtung, die einen nachhaltigen Umgang mit allem, was wir wegwerfen, praktiziert. Papier, Metall, Plastik etc. wird recycelt, Giftstoffe korrekt entsorgt und nicht-wiederverwendbarer Haushaltsmüll wird in einer Trocknungsanlage zu Brennstoff. 1978 war das noch nicht so. Ohne jegliche Bodenabdichtung wurden Haushalts- und Gewerbeabfälle einfach unsortiert abgekippt. Vorhandene Grundwasserquellen wurden einfachst mit Schotter und Folie abgedeckt. Und genau diese unsachgemäße Abdeckung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Problem für die Deponie entwickelt, da eindringendes Wasser Giftstoffe aus den Abfällen filtern konnte. Trotz umfangreicher Filtermaßnahmen kann eine Kontamination des Grundwassers so nicht ausgeschlossen werden. Aus diesem Grund wird der fast 40 Jahre alte Müll bis Anfang 2016 im Rahmen einer 5,2 Millionen Euro teuren Maßnahme auf eine korrekt abgedichtete Deponie auf dem Gelände des EVZ Mertesdorf verbracht.

DSC_6647„Die Maßnahme findet in enger Abstimmung mit den umliegenden Ortsgemeinden und deren Anwohnern statt“, berichtet Max Monzel, Geschäftsführer der A.R.T. „Vor allen die Themen Geruchsbelästigung und Gasemission wurden intensiv erörtert und unterliegen einem umfassenden Monitoring.“ Tatsächlich riecht der Müll kaum, auch wenn man direkt vor der bunten Mischung aus Holz, Folien, Papier und allen erdenklichen Material steht. Der Müll wird von Baggern in große Radlader geschaufelt, die ihre Ladung etwa 500 Meter von der alten Deponie entfernt in einer neuen abladen, die sowohl von oben als auch von unten aufwändig mit Folien, Ton, und Erde abgedichtet wird. Große Gegenstände wie Stahlträger oder Autoreifen werden direkt durch die Bagger aussortiert. Ein komplettes Recycling des Mülls rentiert sich zur Zeit aus finanziellen Gründen nicht, ist in Zukunft aber noch immer möglich. Eine Verbrennung des Mülls hätte ein Vielfaches der Umlagerung gekostet.

Auf der vier Hektar großen Fläche, die durch die Maßnahme auf der alten Deponie frei wird, soll zukünftig eine neue Betriebsfläche für die Bioabfallverwertung geschaffen werden, in der Monzel die Zukunft der A.R.T. sieht. Die Umlagerungsmaßnahme in Mertesdorf ist auch die Generalprobe für die Deponie Saarburg, die ähnlich mangelhaft abgedichtet ist. In den nächsten Jahren sollen die 300.000 Kubikmeter Abfall, die dort deponiert sind, ebenfalls nach Mertesdorf verbracht werden.

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