Das Hauswächter-Prinzip

20 Mai

von Laura Clodo

Für wenig Geld unendlich viel Platz oder sogar Wohnen in einem waschechten Schloss? Eigentlich eine optimale Lösung für Studenten. In Berlin, Hamburg und Düsseldorf ist das schon möglich, denn das sogenannte Hauswächterprinzip ist auf dem Vormarsch.

Teure Mieten, wenig Platz, eine scheinbar nie endende Wohnungssuche,… Viele Studenten kennen das Problem. Der Studienbeginn bringt häufig viele Stolpersteine mit sich und die Suche nach einer neuen Bleibe bedeutet erstmal nur Stress. Doch bald schon könnten die Strapazen und die lange Suche ein Ende haben. Anstatt sich mit wenig Platz zu begnügen und teure Mieten zu zahlen, könnten Studenten bald für wenig Geld in einem alten Schloss residieren, einen Bunker bewohnen oder ein altes Krankenhaus bewachen.

Das sogenannte Hauswächterprinzip hat seine Geburtsstunde in den Niederlanden und sorgt seitdem dafür, dass Immobilienbesitzer und Immobilienverwalter leerstehende Gebäude jeglicher Art an Wohnungssuchende vermieten können. So finden ungenutzte Gebäude wie alte Kirchen, Krankenhäuser, Schulen, Schlösser oder einfache Wohnungen eine sinnvolle Funktion und der Besitzer/Verwalter hat keine Leerphase in der das Anwesen unbewohnt ist. Die Dauer der Bewohnung kann von ein paar Monaten bis zu ein paar Jahren reichen und richtet sich danach, ob ein geeigneter Käufer gefunden wird. Einziger Nachteil am Hauswächterprinzip: tritt der Fall ein, dass die Immobilie verkauft werden soll, so kann dem Mieter innerhalb von vier Wochen gekündigt werden.

„Bewacht durch Bewohnung“ lautet der Slogan der Agentur und bedeutet, dass der derzeitige Mieter sich um Kleinigkeiten kümmern muss, wie zum Beispiel die Instandhaltung der Räume durch gelegentliches Putzen. Durch die Bewohnung werden Einbrecher abgeschreckt und ungewollte Besucher wie Obdachlose oder spielende Kinder ferngehalten. So wird beiden Seiten geholfen. Der Vermieter stellt sicher, dass seine Immobilie in der Zeit, in der sie leer steht oder keinen festen Käufer findet vor Verfall oder Vandalismus geschützt wird und im Gegenzug erhält der Bewohner für seine gelegentliche Mühe eine ansehnliche Bleibe für wenig Geld. So gibt es zum Beispiel ein 30 m2 Zimmer in einem alten Verwaltungsgebäude der Polizei in Schifferstadt für 180€ im Monat. Preise von denen viele Studenten in Trier und anderen Städten nur träumen können.

Wie kann man Hauswächter werden? Auf der Internetseite der Agentur www.de.cameloteurope.com kann man ein für sich passendes Angebot suchen und sich ganz leicht per E-Mail bewerben. Es gibt zwar keine Wartelisten, aber der zeitliche Eingang der Bewerbung spielt eine wichtige Rolle, sodass bei mehreren Bewerbern frühe Anmeldungen bevorzugt werden. Als Voraussetzung gibt die Agentur an, dass man über 18 Jahre alt, verantwortungsbewusst und in der Lage sein muss, das Objekt zu überwachen. Außer den üblichen Angaben wird man lediglich dazu aufgefordert eine kurze Begründung zu schreiben wieso man sich als Hauswächter bewerben möchte und schon hat man die Chance auf ein ungewöhnliches Abenteuer.                                                                                                  Bleibt nur zu hoffen, dass auch die Studenten in Trier bald die Möglichkeit auf ein Leben im Schloss bekommen, welches die Studienzeit nicht nur aufregender machen könnte sondern auch den Geldbeutel schont.

 

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