Ehrenamt? – Was soll das sein und kann es beißen?

4 Sep

von Marie Baum

Zu aller erst – nein es beißt nicht! Es kann sogar sehr von Vorteil sein für das Leben und den späteren Beruf. Leider ist ein ehrenamtliches Engagement heutzutage für viele Studierende so unrealistisch, wie einen Sack Flöhe hüten. Aber warum ist das so?

Keine Sache der Unmöglichkeit!

Foto:"Tobias Mittmann" / www.jugendfotos.de

Foto:“Tobias Mittmann“ / www.jugendfotos.de

Die Beteiligung und das Interesse der Studierenden in politische Gruppen und anderen

Ehrenämtern gehen radikal zurück. Doch Trier ist kein Einzelfall. Statistiken des Studierendensurvey der Arbeitsgruppe Hochschulforschung an der Universität Konstanz zeigen, dass die Zahlen seit 1983 bis 2013 in ganz Deutschland bis auf einzelne Hochschulen stark gesunken sind und es auch weiterhin werden (Abb.1). Ein Grund dafür dürfte die Verkürzung der Studienzeit sein. Die ersten zwei Semester benötigen die meisten Studierenden zur Eingewöhnung, im Fünften und Sechsten wird sich schon an der Bachelorarbeit zuschaffen gemacht. Zeit für ein Ehrenamt bliebe da nur im dritten und vierten Semester, und wenn man sich dann noch für ein Auslandssemester entscheidet, ist die Sache sowieso gelaufen. Hinzu kommen die Anwesenheitspflichten bei Veranstaltungen und Modulabschlussprüfungen.

Ein weiterer Grund könnte die Finanzierung des Studiums sein. Da nicht jeder auf der Tasche seiner lieben Eltern sitzen will, sind viele auf einen Nebenjob angewiesen oder müssen sich durch BAföG an die Regelstudienzeit halten. Alles Zeitfresser die ein ehrenamtliches Engagement zwar schwieriger aber nicht unmöglich machen!

Hilfe ich bin gefangen!?

„Es wird immer schwieriger eine breite Öffentlichkeit zu erreichen“, so der studentische Senator Sebastian Stein von der Jungsozialisten Hochschulgruppe (Juso-HSG) Trier. An was mag das liegen? Ist es die allgemeine Politikverdrossenheit unserer Generation? Oder die von der Schule anerzogene Dienstleistungsmentalität, nach dem Motto: ich setze mich hier hin es wird alles für mich gemacht, ich bekomme meine Noten und bin weg. Kann es sein, dass die Hochschulgruppen selbst zu wenig an der Informationsweitergabe arbeiten? Liegt es womöglich an Trier selbst? Die Studierenden kommen nur noch her, um ihre Veranstaltungen zu besuchen, kassieren die Noten und fahren schnellstmöglich wieder in die alte Heimat und sind nicht an der Institution interessiert. Fühlen sich unsere Studierenden hier gefangen? Fragen über Fragen aber das Resultat bleibt gleich: Die aktive Teilnahme an der Institution bleibt aus.

Die Juso-HSG Trier schlägt eine Demokratisierung der Hochschule vor. Es sollen ebenso viele Studenten im Senat sitzen können wie Professoren, was die Wertigkeit des Ehrenamtes steigern würde. Doch stellt sich das Problem erneut, wie man denn diese Plätze füllen könnte. Oder solle man ECTS-Punkte (Leistungspunkte) für ein Ehrenamt vergeben?

Was die Frage nach der Differenzierung aufwirft, ob es sich dann überhaupt noch um ein Ehrenamt handle.

Dabei ist Hochschulpolitik so wichtig. Organisationen wie Campus Grün, Asta oder Studierendenparlament, Fachschaften, Kommissionen, Ausschüsse, Arbeitskreise und Co sind nur eine kleine Auswahl von den ehrenamtlichen Tätigkeiten, für die man sich engagieren kann. Dort kann man schon mal für seinen späteren Berufsalltag üben mit Öffentlichkeitsarbeit umzugehen, Volksversammlungen oder Wahlkämpfe zu organisieren und vieles mehr.

Alles schön und gut, aber was bringt mir persönlich ein Ehrenamt?

Ein Ehrenamt macht sich nicht nur gut im Lebenslauf. Man lernt, vor Leuten aufzutreten und mit ihnen zusammenzuarbeiten. Man weiß mit Problemen umzugehen und vor allem mit Menschen zu kooperieren, mit denen man in Konflikte gerät. Man eignet sich an, zu diskutieren und Kontroversen zu lösen. Natürlich ist es nicht nur mit Problemen verbunden, denn man hat die Möglichkeit sich ein Netzwerk aufzubauen, sowohl freundschaftlich als auch beruflich orientiert. „All das passiert ganz nebenbei und völlig unbewusst. Man nimmt einfach eine Menge an Erfahrungen mit und ich kann es jedem nur empfehlen“, so Sebastian Stein.

Ist dein Interesse geweckt? 

Weitere Informationen und Kontakte findest du unter:

jusohsgtrier.de

Studentischer Senator Sebastian Stein: s3sestei@uni-trier.de

Asta: http://asta-trier.de

Weitere Hochschulgruppen unter: https://www.uni-trier.de/index.php?id=21451

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