Entkomme der süßen Sucht!

10 Mai

von Marie Baum

„Weil wir es uns wert sind“ – jeder kennt den Werbeslogan der Kosmetikmarke L’Oréal. Doch warum sollte man das immer nur aufs Aussehen reduzieren? Viel wichtiger ist doch was in uns drinnen so alles passiert. Nein, ich spreche nicht von dem, was schon vorher in uns war, sondern von dem, was dazu kommt. Richtig, das Thema, was in aller Munde ist – nämlich Ernährung. Jeder achtet auf weniger Kohlenhydrate, Fett oder welche Diäten sonst noch so im Trend sind. Über 25 Jahre Bild der Frau dürften für eine Auswahl ausreichen. Aber warum gibt es dann immer mehr fettleibige Kinder, Diabetiker oder Menschen mit Glutenunverträglichkeit? Man kann sogar noch einen Schritt weiter gehen und fragen, warum Krebs immer häufiger wird. Die Antwort ist genauso simpel wie einfach. Der liebe Zucker ist Hauptverursacher aller ernährungsbedingten Zivilisationskrankheiten. Und traurigerweise lieben nicht nur wir die teuflisch süße Verführung, sondern auch Tumorzellen. Sie ernähren sich davon und können weiter wachsen, also kann man ziemlich sicher davon ausgehen, dass zu viel Zucker Krebs fördert.

Und das Schlimme daran ist, oft merken wir gar nicht, wie viel wir von der süßen Droge zu uns nehmen. Denn pro Kopf essen wir täglich 100g Zucker und dabei sind nur 16g sichtbar, die anderen 84g sind verteilt in den absurdesten Lebensmitteln, bei denen wir es nicht einmal ahnen würden. Und damit sind nicht nur Süßigkeiten gemeint, sondern auch Pizza, Kartoffelsalat, Wurst und vieles mehr. Nicht einmal die Kleinsten unter uns können dem übermäßigen Zuckerkonsum entkommen, denn sogar in einem Breiglas stecken Unmengen an Zucker. In einem Früchtetee von Hipp stecken auf etwa 400g 140 Stück Würfelzucker.

Zucker ist eine Droge, nach der wir alle süchtig und bereits abhängig sind. Denn wenn wir den süßen Stoff zu uns nehmen, werden Endorphine und Opiate im Belohnungssystem ausgeschüttet, was nach längerem Verzicht Entzugserscheinungen auslöst. Derselbe Effekt wie bei Drogen oder Alkohol. Es ist kaum möglich sich Zuckerfrei zu ernähren und wir würden es wahrscheinlich auch psychisch nicht schaffen.

Jetzt steht natürlich die große Frage an oberster Stelle. Was darf man überhaupt noch essen?

Ganz verzichten kann der Körper auf den Zucker nicht, denn wir brauchen ihn als wichtigen Energielieferanten. Doch zu früh gefreut, auch hier ist gleich wieder ein Dämpfer zu setzten, denn die Rede ist nicht von dem künstlich in der Fabrik hergestellten Zucker, sondern dem Natürlichen. Pauschal gesagt: Man kann leider getrost davon ausgehen, dass in allem was in einer Fabrik hergestellt wurde, künstlicher Zucker untergejubelt ist. Oft besitzt er dann auf der Verpackung andere Namen wie: Saccharose, Frutilose, Rapadura oder ist erst gar nicht erwähnt. Es gibt etwa 70 Bezeichnungen für das Süßungsmittel. Die Hersteller lassen sich so einiges einfallen, um ihr Produkt möglichst gut zu präsentieren. Also rät man am besten ganz von den vielen Fertigprodukten ab und kocht lieber selbst. Wenn man etwas süßen möchte zum Beispiel den Joghurt am Morgen, kann man das mit Obst tun oder den Tee am Abend mit Honig. Jeder der jetzt sagt er brauche Zucker um Energie zu bekommen, liegt auch hier wieder daneben. Denn man muss nicht zusätzlich Süßes zu sich nehmen, da wir genug versteckten Zucker essen. Wer jetzt immer noch den Kopf schüttelt und ein wahrer Energiejunkie ist, dürfte wohl interessieren, dass der Energiebedarf auch genauso gut durch Kohlenhydrate gestillt werden kann. Lieber etwas Vollwertiges essen, was satt macht, als den ganzen Tag nur zu snacken, dann tritt man nicht so leicht in die Zuckerfalle. Also der Weg zur gesunden Ernährung besteht einfach darin auf alles zu verzichten, was Reklame hat. Klingt hart, aber einen Versuch ist es wert. Sicherlich ist es kein Ticket in die Hölle mal zur Schokolade zu greifen, aber ab und zu auf die versteckten Zuckermengen achten wird keinem schaden. Wir haben nur diesen einen Körper – DAS ist es uns wert.

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