Gönnt euch mal was! – Ein Treffen mit Gerrit Seebald vom Müßiggang-Magazin

22 Dez

Berlin, KaDeWe, 7. Etage, direkt unter dem Glasdach. Das Restaurant des berühmten Luxuskaufhauses scheint genau der richtige Ort zu sein, um einen der Macher des Müßiggang-Magazins zu treffen. Ein Artikel auf der Seite ruft die Leser dazu auf mehr Champagner zu trinken, trotzdem belassen wir es erst einmal bei einem Kaffee.

Gerrit Seebald Foto: Privat

Gerrit Seebald Foto: Privat

Mit einer Vielzahl von Publikationen buhlen die Medienhäusern der Republik in Zeiten sinkender Auflagen immer härter um die Gunst der Leserschaft. Insbesondere die großen Zeitungen wie der Spiegel oder die Süddeutsche experimentieren mehr oder minder erfolgreich mit Online-Blogs wie bento und jetzt.de. Trotz des fast unüberschaubar großen Angebots sahen Gerrit Seebald und seine Freunde eine Lücke in dem Angebot. Bento und Co richten sich an Teenager und Leser im Alter von bis zu 20 Jahren. Für die Älteren gibt es dann die großen Qualitätsblätter. Trotzdem vermissten die Berliner Studierenden ein Medium, dass sich explizit an uns, die Generation 20 plus wendet. Darum gründeten sie Anfang des Jahres das Müßiggang-Magazin.

Müßiggang – Ein interessanter Name für ein Magazin, der polarisiert. Der Duden schlägt hier unter anderem „Arbeitsscheu, Faulheit, Nichtstun, Untätigkeit“ als Synonyme vor. Mit „Arbeitsscheue, Faulheit und Untätigkeit“ hat unsere Generation, die bereits als „Generation Y“ in vielen Beiträgen mystifiziert wird, wenig zu tun nach Seebalds Meinung wenig zu tun. Im Gegenteil. Wir hetzten oft mit Scheuklappen durch unser Leben, Abi, Bachelor, Master, erster Job, für Freizeit bleibt da oft wenig Zeit. Deshalb möchte das Müßiggang-Magazin alle Leser zum gelegentlichen Nichtstun und zum Genuss einladen.

Foto. Raphael Zingen

Das KaDeWe am Ku’damm in Berlin Foto: Raphael Zingen

Das bedeutet für die Macher des Müßiggang-Magazins allerdings nicht, dass man untätig zu Hause sitzt, auch mit großspuriger Dekadenz haben die Macher nichts zu tun. Sie möchten uns mit ihren Artikeln viel mehr dazu auffordern, sich stärker mit der eigenen Umgebung, unserem Konsumverhalten und den politischen Phänomenen in unserer schnellen, globalisierten Welt auseinander zu setzen. Und auch für gutes Essen oder die Lektüre eines schönen Buches sollte man sich nach der Meinung der Macher des Müßiggang-Magazins mehr Zeit nehmen. Nach der Meinung von Gerrit Seebald haben die meisten von uns zwar noch nicht vergessen, wie das geht, verdrängen diese Zeiten Müßiggangs jedoch, um noch mehr für die Uni oder den Job zu arbeiten, obwohl gelegentliche Entspannung in unserer schnellen Zeit nötiger denn je ist.

In den Kategorien „Brot und Butter“, „Zeit und Geist“, „Pflicht und Kür“ liefern die Autoren jede Menge interessante Gedanken, über die man wunderbar bei einem Glas Wein oder Bier, alleine oder mit Freunden nachdenken und diskutieren kann. Damit das Müßiggang Magazin in Zukunft auch noch mehr Menschen erreichen kann, haben die Macher auch eine Crowdfunding-Kampagne gestartet, damit mehr Menschen daran erinnert werden, dass es wichtig ist, sich ab und zu mal eine Auszeit und Muße zu gönnen.

Hier geht zum Müßiggang-Magazin

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