Ich bin dann mal weg…

20 Mai

von Lena Schall

Wenn das in Wirklichkeit auch so einfach wäre. Eine gute Möglichkeit um sich diesen Traum als Student, zu mindestens für eine Zeit lang, zu verwirklichen, gibt es ja das bekannte Konzept des „Auslandssemesters“. Schließlich muss man bedenken, dass mit Abschluss seines Studiums die Möglichkeiten, vor allem in Hinblick auf seine finanziellen Ressourcen und das eigene Zeitfenster, zumeist begrenzt sind, da man schließlich irgendwann auch Geld zu verdienen möchte. Ich selber habe schon bereits vor meiner Ausbildung mich ins Ausland abgesetzt, London um genauer zu sein. Ein gebürtiges Landei im großen und weiten England. Kulturschock ist wohl das mildeste Wort um meine Erfahrungen knapp zu verpacken. Es ist eine Sache sich mit dem „besonderen“ Essgewohnheiten anzufreunden aber der Fahrstil der „Inselaffen“, wie mein Bruder sie liebend gerne nennt, ist wie aus einer anderen Welt. Geduld ist ein Fremdwort und wage es bloß nicht das während der Fahrt versehentlich das Auto ausgeht – Millisekunden später beginnt nämlich schon das Hupkonzert wutentbrannter Autofahrer. Natürlich habe ich auch viele positive Erfahrungen gesammelt, sogar mehr als negative. An sich sind die meisten Engländer, ein sehr offenes und hilfsbereites Volk. Selten ist es vorgekommen, dass ich wenn ich mich verirrt habe, keine Hilfe erhalten habe, mehr noch sind die Leute bis zum gesuchten Ort mitgegangen. Nichts Selbstverständliches wenn man Deutschland seine Heimat nennt. Finde heutzutage jemanden der weiterhilft wenn man in Not ist. Meist wird noch behauptet, dass man nicht aus der Nähe kommt um nervige Fragen von sich fern zu halten. Ein dem gewohnten Umfeld rauszukommen und anderen Sitten und Menschen kennenzulernen ist, aus meiner Sicht, elementar wichtig für junge Leute. Man meint alles hat seinen richtigen Platz und Zweck bis man in ein fremdes Land reist. Es wird einem schnell bewusst, dass nicht in jedem Land die gleichen Sitten und Regeln herrschen. Die Mentalität ist je nachdem aus welcher Ecke in der Welt man herkommt, grundverschieden. Nehmen wir da die Südländer zum Beispiel. Ein recht offenes, jedoch temperamentvolles Volk bei dem einem mit großer Wahrscheinlichkeit niemals langweilig wird und die Beine keine einzige ruhige Minute gegönnt bekommen, weil man durch die Nacht tanzt. Mit den Schotten und Iren kann, oder sage ich doch lieber „muss man“ jeden Bourbon oder Scotch ausprobieren. Während man selbst schon längst unterm Tisch ins Land der Träume begibt, sind die anderen noch bei vollster Funktion. Beeindruckend. Was mich am meisten an anderen Kulturen reizt, sind die kulinarischen Köstlichkeiten. Gerichte werden mit den unmöglichsten Zutaten, die mir nicht mal im Traum einfallen würden, zubereitet. So viele Vorteile ergeben sich aus einer solchen Erfahrung. Es gibt auch genug berufliche Vorzüge die für so ein Vorhaben sprechen. Aus Sicht von Arbeitgebern ist ein Auslandssemester ein dicker Pluspunkt bei der Bewerbung, denn es verbessert nicht nur die Sprachkenntnisse, sondern auch Sozialverhalten und Flexibilität – von der universitären Bildung mal ganz abgesehen. Grundsätzlich können ihr semester- und fachübergreifend alle Kurse im Undergraduate- und Graduate-Bereich belegen, die auch Studenten in einem regulären Studiengang bereitstehen. Es kann aber vorkommen, dass dies von der Universität eingeschränkt ist, weshalb es für euch sinnvoll ist, sich rechtzeitig nach den zur Verfügung stehenden Kursen zu informieren. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie ihr ein Auslandssemester absolvieren könnt: mit einem Programm wie Erasmus oder auf eigene Faust. Erasmus ist ein Programm der Europäischen Union, das zur besseren internationalen Mobilität der Studenten beitragen soll. In Deutschland kümmert sich der DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) um die Umsetzung. Hierbei soll die Zusammenarbeit der europäischen Hochschulen die gefördert werden. Das Programm unterstützt Bewerber finanziell aus Mitteln der Europäischen Union für einen Austausch über ein oder zwei Semester innerhalb der europäischen Mitgliedsstaaten. Dagegen haben Universitäten auf der ganzen Welt Semesterprogramme (meistens “Study Abroad” oder “Open University” genannt), an denen ihr euch auch auf eigene Faust bewerben könnt. Dazu gehören neben Unis in den englischsprachigen Ländern wie den USA, England oder Australien auch zum Beispiel Singapur, Südafrika, Spanien und viele andere Länder. Eine Bewerbung ist leider nicht ganz unkompliziert, aber es gibt Agenturen, die sich darauf spezialisiert haben und kompetente Hilfe anbieten. Ganz wichtig ist im Zusammenhang mit einem geplanten Auslandssemester der zeitliche Aspekt, denn wenn ihr auch nur eine Sache wie zum Beispiel die Abgabefrist für eure Bewerbungsunterlagen verbummelt, bringt das die gesamte Planung durcheinander. 18 Monate vor Semesterbeginn sollten ihr euch mit den Vorbereitungen anfreunden – je eher, desto besser. An was ihr dabei so zu denken habt, ist vor allem:

– Auswahl der geeigneten Uni

– Anrechenbarkeit der Kurse

– Zulassungsvoraussetzungen

– Beurlaubung

Ist alles unter Dach und Fach könnt ihr euch mit aufsteigender Spannung und Freude auf ein paar einzigartige Erfahrungen freuen, die Ihnen keiner mehr nehmen kann.

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