Kommentar zur Landtagswahl – André Beck, ALFA

11 Mrz

Für unsere letzte Print-Ausgabe haben wir eine kurze Liste mit Fragen an die Direktkandidaten des Wahlkreis 25, Trier geschickt und den Kandidaten die Möglichkeit zur Veröffentlichung von Kommentaren in unserer Zeitung angeboten. In den kommenden Tagen vor der Wahl werden wir noch alle Antworten, die uns erreicht haben, online veröffentlichen.

Liebe Leserinnen und Leser der NU,
als erstes möchte ich mich bei all denjenigen bedanken, die mich mit ihrer Unterschrift unterstützt haben, um mir die Teilnahme als Direktkandidat an der Landtagswahl überhaupt zu ermöglichen. Eventuell erinnern Sie sich noch an eine Frau mit Kinderwagen, die in der Adventszeit  Unterschriften in der Nähe der Uni sammeln war. Dies war meine Ehefrau, die mich damit super unterstützt hat. Ich schreibe heute diesen Beitrag, da ich im November bei der Veranstaltung  „Zum Nachtisch Politik“ der ESG nicht die Gelegenheit hatte, mich und die wesentlichen Ziele der  Allianz für Fortschritt und Aufbruch, kurz ALFA, vorzustellen. Kommen wir also zu der Frage, was ist der Beck denn überhaupt  für ein Vogel?

 

Beck-NeuWer ist André Beck:

Ich komme gebürtig aus Frankfurt/Main und bin 44 Jahre alt. Mein Vater und seine Familie kamen zu seiner Jugendzeit aus Oberschlesien als Sudetendeutsche nach Deutschland, da sie ihre Heimat nicht gleich nach 1945 verlassen wollten. Die Themen Flüchtlinge, Unterdrückung bzw. Kriegserlebnisse kenne ich daher aus familieninternen Erzählungen. Ich lebe seit 2007 in Trier und habe hier auch meine Ehefrau (stammend aus Trier Kürenz) kennengelernt. Seit 2010 sind wir verheiratet und haben inzwischen 2 Söhne (4J.  und 7 Monate alt).Ich bin gelernter Bankkaufmann, habe 1990 die 12-monatige Wehrpflicht absolviert und arbeite seit 5 Jahren bei einer Belgischen Bank in Luxemburg. Bei 300 Mitarbeitern vor Ort, bin ich der einzige Deutsche. In einem frankophilen Umfeld bin ich sozusagen an jedem Arbeitstag der Ausländer. Früher habe ich u.a. bei einer US-Bank und einer japanischen Bank gearbeitet. Von 1997 bis 2000 war ich bei der Landesbank Rheinland-Pfalz beschäftigt. In dieser Zeit habe ich auch die Ausbildereignungsprüfung abgelegt. Regelmässig bin ich beruflich in Brüssel und habe mit europäischen Institutionen wie z.B. der EIB, der EU und dem EFSF/ESM zu tun. Meine Meinungsbildung basiert daherauf einem Europäischen Kontext.

Mit 15 war ich Klassensprecher und habe zu diesem Zeitpunkt begonnen, die Interessen von anderen Menschen zu vertreten. Dies hat sich über die Mitgliedschaft im Betriebsrat von 2 Banken fortgesetzt, bei denen ich beschäftigt war. In den Jahren 2013 und 2014 war ich ehrenamtlich für Eintracht Trier tätig.  Mitte Dezember 2015 wurde ich zum stellvertr. VV des Fördervereins der Kita St Paulin ernannt. In 2015 habe ich darüber hinaus die Ausbildung zum Fussballmanager beim IST-Institut per Fernstudium abgeschlossen und die Vereinsmanager B-Lizenz des DOSB erworben.

Bisherige politische Erfahrung :

Sofern meine Mitgliedschaft im Betriebsrat von 2 Banken, bei denen ich gearbeitet habe,  nicht als politische Betätigung angesehen wird, habe ich keine. Funktion innerhalb der Partei: Seit 1.3.2016 Mitglied im Vorstand für den Regionalverband Trier-Saarburg, Bitburg-Prüm, Vulkaneifel und Bernkastel-Wittlich. Mitarbeit am Landesparteiprogramm beim Landesparteitag am 29.11.2015 in Mainz und Delegierter beim Bundesparteitag am 27.2.2016 in Ludwigshafen mit der Verabschiedung des Wahlprogramms auf Bundesebene. Vorträge im Stadtparlament, Teilnahme bei Ortsbeiratssitzungen in Trier Nord und Besuch von Informationsveranstaltungen zum Thema Flüchtlinge.

 

Warum die Kandidatur: 

Wir haben aktuell mit der Flüchtlingskrise, der Finanzkrise, vielen Skandalen wie bei der FIFA und VW, der Poltikverdrossenheit und der Priorität Gewinnmaximierung  vor menschlichen und umweltpolitischen Aspekten, erhebliche Probleme. Ich möchte aber nicht nur jammern und bemängeln, sondern aktiv gestalten, um unsere Welt, die die Welt unserer Kinder sein wird, ein wenig besser zu machen. Es hilft mir, der allgemeinen und meiner eigenen Ohnmacht entgegen zu treten, in dem ich mich politisch engagiere.

Aus meiner Sicht ist es an der Zeit, endlich etwas gegen die Politikverdrossenheit bei den Wählerinnen und Wählern zu tun. Dies erfordert mehr direkte Beteiligungsmöglichkeiten von Bürgerinnen und Bürgern bei wichtigen Entscheidungen z.B. über Volksbefragungen. Ausserdem ist die Bürgernähe vieler Politiker stark verbesserungswürdig.  Viele Menschen haben das Gefühl, dass ihre Sorgen, Aengste und Probleme  im Alltag nicht wirklich Ernst  genommen werden. Auch wird eine zunehmende Bevormundung der Bürger, gerade bei der Berichterstattung in den Medien, wahrgenommen. Es muss im Interesse aller Parteien sein, dass die Wahlbeteiligung nicht weiter in den Keller geht.  Denn alle Personen, die ein politisches Amt antreten, sollten über eine ausreichende Legitimation durch die Wählerinnen und Wähler verfügen.  Die Interessen der Bürgerinnen und Bürger sollten immer im Vordergrund stehen und nicht persönliche oder parteipolitische Aspekte. Kompetenzen einer Person sollte bei der Besetzung einer Position stets im Vordergrund stehen und nicht das jeweilige Parteibuch.   Das Verhalten von Politikern untereinander, wo häufig das Diffamieren und Diskreditieren von Kandidaten anderer Parteien während des Wahlkampfes an der Tagesordnung ist, taugt auch nicht gerade als Vorbildfunktion. Und Politiker dürfen nicht zulassen, dass die Pressefreihet untergraben wird. All das muss sich ändern und ich will versuchen, meinen Teil dazu beizutragen.

Wir brauchen wieder mehr Gerechtigkeit. Das betrifft die Kosten für die Bürger in der Energiewende, den Sozialstaat und seine Leistungen, aber auch die Rechte und Pflichten einzelner Staaten in einem gemeinsamen Europa. Ausserdem muss unser Land ein Rechtsstaat sein und bleiben, ohne Aussnahmen. Jeder in Deutschland, auch Politiker wie die Bundeskanzlerin, haben sich an geltendes Recht zu halten. Menschlichkeit und Humanität darf nicht über dem Gesetz stehen. Ordnung und Sicherheit ist ein Grundbedürfnis aller Menschen, nicht nur von Flüchtlingen. Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft ja, aber nicht, wenn es dazu führt, dass Bürgerinnen und Bürger im eigenen Land manchmal sogar schlechter gestellt werden, als Neuankömmlinge. Ausserdem brauchen wir dringend eine Obergrenze bei der Aufnahme von Flüchtlingen. Keine statische, sondern eine flexible, vergleichbar mit dem Parkleitsystem der Parkhäuser in Trier. Denn die Obergrenze existiert ja bereits. Dies ist die Summe aller Kapazitäten aller zur Verfügung stehenden Einrichtungen. Es ist doch eine Tatsache, dass wenn wir das Chaos in der Flüchtlingspolitik nicht endlich in den Griff bekommen, dies auch zu Lasten der Menschlichkeit geht, die wir eigentlich walten lassen wollen. Es ist nicht vertretbar, dass auf Grund der Menschenmenge, die nach Deutschland strebt, es durchaus 2 Tage dauern kann, bis Flüchtlinge überhaupt erst einmal registriert sind. Ohne Registrierung keine Unterkunft, keine Verpflegung, keine Leistungen. Auf Grund der jetzt schon bestehenden Ueberbelastung in vielen Städten und Gemeinden, ist es nicht möglich, die Interessen von besonders schutzbedürftigen Personen, wie alleinreisenden Frauen und Kindern, ausreichend zu berücksichtigen. Viele kriminelle Delikte in Aufnahmeeinrichtungen, gerade gegenüber Frauen, tauchen gar nicht erst in Statistiken auf. Hier muss dringend und gerade mit dem Fokus auf  Menschlichkeit und Fürsorge agiert werden, dies nach dem Methode: Qualität, statt Quantität. Und wir sind es den Menschen schuldig, die eine Bleibeperspektive haben und noch gar nicht bei uns im Land sind, sondern nach Deutschland streben, abgelehnte Asylbewerber konsequent und zeitnah abzuschieben. Aber auch Menschen mit einer sicheren Herkunft müssen an der Grenze an der Einreise gehindert werden. Wenn dies bei der gemeinsamen Grenze im Schengenraum nicht mehr möglich ist, dann führt an Grenzkontrollen in Deutschland kein Weg vorbei. Auf der ganzen Welt gilt, dass wenn man in ein Land einreisen will, dass man sich ausweisen kann und muss. Dies stellt die Regel dar und ist keine Ausnahme!

Die Sicherheit der eigenen Bevölkerung sollte, wie bei der Absage des Fussballspiels in Hannover, immer oberste Priorität haben. Zusätzliche Belastungen für die Wirtschaft auf Grund wieder einzuführender Grenzkontrollen müssten in Kauf genommen werden. Hier geht es ja darum, vorübergehende Regelungen zu finden, bis das Chaos in Deutschland geordneten Verhältnissen gewichen ist. Nach wie vor werden z.B. Daten von ankommenden Flüchtlingen nicht zentral verwaltet, Mehrfachmeldungen sind möglich und gesuchte Straftäter oder Terroristen können aktuell nicht sofort bei der Registrierung identifiziert werden.

Es muss möglich sein, Menschen aus anderen Kulturen schriftlich dazu verpflichten zu dürfen, sich an unsere Werte, Gesetze und Lebensweisen anzupassen, sollte Ihnen der Aufenthalt in unserem Land gestattet werden. Wer wirklich um Leib und Leben fürchtet und sich in welchem europäischen Land auch immer, eine neue Zukunft aufbauen will, der muss dortige Gesetze und Anordnungen befolgen und sich an die jeweiligen gesellschaftlichen Werte und Geflogenheiten anpassen.

Die eigene Bevölkerung muss stets den Eindruck haben, dass unsere Toleranz und Hilfsbereitschaft nicht ausgenutzt und missbraucht wird.

Es muss möglich sein, Zuwiderhandlungen umgehend zu bestrafen. Dazu bedarf es eine Aufstockung des Personals gerade Im Bereich Polizei und Justiz. Aber auch die Mehrbelastung für z.b. die Feuerwehr und aerztlichen Notdienste sind nicht zu unterschätzen. Es geht darum, dass sich der Rechtsstaat wieder Respekt verschaffen muss. Die aktuelle Bundesregierungen, aber auch die Landesregierung verlieren zunehmend an Glaubwürdigket!

Gerade im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise, dem aktuell vorherrschenden Thema, möchte ich, aber auch die Partei ALFA, ohne Hetze und Parolen, vernünftige Lösungsvorschläge machen. Dies ist über ein Positionspapier mit Lösungsvorschlägen, welches von unserer Partei im Europarlament eingereicht wurde, bereits geschehen. Und wir sagen ganz klar, dass wir als Land, basierend auf der demographischen Entwicklung, sogar Einwanderer brauchen. Vor allem auf Grund des existierenden Fachkräftemangels. Aber nicht ohne ein erforderliches Einwanderungsgesetz. Wir sind bereits ein Einwanderungsland und werden es auch bleiben. Verbindliche Regelungen müssen her, die Transparenz schaffen, bevor Menschen nach Deutschland kommen.

Es fehlt mir eine Partei in der Mitte der Gesellschaft, die sich vor allem für den Mittelstand und die Mittelschicht in unserem Land einsetzt. Diese Lücke will ich mit der Partei Allianz für Fortschritt und Aufbruch schliessen. Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten noch nie so dringend Fortschritte in vielen verschiedenen Bereichen gebraucht. Deutschland braucht wieder eine Aufbruchstimmung, aber ohne radikales Gedankengut. Weder von links, noch von rechts.

Wir müssen wieder energischer die Interessen und Bedürfnisse unserer Bürgerinnen und Bürger vertreten und berücksichtigen. Politiker müssen sich die Bezeichnung Volksvertreter erst wieder verdienen. Es muss uns endlich gelingen, ein gesundes Verhältnis zum Thema Nationalstolz aufzubauen. Nationalstolz ist nicht gleich zu setzen mit Radikalismus. Hier muss dringend in unserem Land ein Bewusstseinswandel staatfinden. Wertschätzung und Anerkennung ist ein Grundbedürfnis aller Menschen. Es muss möglich sein, stolz auf die positiven Errungenschaften der eigenen Nation zu sein und dies auch zu zeigen. Nationale Symbole sollten durchaus auch ausserhalb einer Fussball-WM im eigenen Lande zur Benutzung verwendet werden dürfen, ohne dass Personen sofort in eine rechtsradikale Ecke eingruppiert werden oder sich dafür rechtfertigen müssen. Schaffen wir das nicht, so wird es dabei bleiben, dass vor allem Rechtspopulisten nationale Symbole für ihre Parolen und Hetze missbrauchen. Dies hatte schon und wird weiter fatale Folgen für das Bild von Deutschland im Ausland haben. Deutschland hat in seiner Geschichte mehr zu bieten, als nur die Jahre 1933-1945.

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