The question, that sometimes drives me hazy: Am I or are the others crazy? *

20 Mai

von Nelly Bubenheim

Es gab‘ mal eine Zeit, da war ich Erstsemester. Alles war aufregend und neu: eigene Wohnung, eigene Entscheidungen, eigenes Geld? Hm, das war rar. Papi zahlte die Miete, aber wenn er auch die Kino-Tickets zahlt, macht’s nicht halb so viel Spaß.

Fürs Blutspenden gibt es in Trier kein Geld. Da entdeckte ich Sinn und Zweck der Uni-Mails: Probandengesuche für (bio-)psychologische Experimente. Klingt wild, ist es zum Teil auch. Nach Abklärung elementarer Dinge (Nichtraucher, Muttersprache, nimmt man die Pille oder gerade nicht) geht es dann los: PC-Spiele, Rechenaufgaben, Verhandlungen, Pudding essen (für 50 Euro!), Bilder bewerten und vor allem jede Menge Fragebögen. Manchmal macht es Spaß (Pac-Man spielen für 20 € die Stunde) und es tut auch mal richtig weh (den Arm für 3 Minuten in Eiswasser halten ist viel schlimmer, als es klingt). Hinterher fragt man sich oft, wozu das Ganze. Klar, fürs Geld. Und für die Wissenschaft. Oder weil man Versuchsstunden braucht. Insgesamt waren es lustige Erlebnisse. Wie einmal, als die Versuchsleiter vor Begeisterung ausflippten, weil meine Gehirnströme so schön im blauen Bereich waren (?!). Manchmal hatte ich ein schlechtes Gewissen: dass die mir in dem Experiment nach meiner vierstündigen Klausur ausgerechnet Kopfrechenaufgaben stellen würden, konnte ich ja schlecht ahnen. Sorry, wenn ich eure Statistik ruiniert habe … Ich habe sogar was gelernt: den Versuchsleitern zu glauben, wenn sie einen vorher warnen! (Wo haben die nur so viele Bilder von verstümmelten Leichen her?!) Anfangs versuchte ich oft noch zu erraten, worum es bei dem Experiment eigentlich geht. Damit man das Ergebnis nicht irgendwie beeinflusst, wird einem das vorher nicht gesagt. Logisch erschloss sich mir das nur selten und lange gegrübelt habe ich nie.

Mittlerweile arbeite ich als Hiwi und bin wählerischer geworden. Ich mache nicht mehr alles mit, was angeboten wird. Nur den Versuch mit dem Pudding, den würde ich wieder machen.

(* Albert Einstein)

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