Umfrage zur Landtagswahl – Kathrin Maß, DIE LINKE

11 Mrz

Für unsere letzte Print-Ausgabe haben wir eine kurze Liste mit Fragen an die Direktkandidaten des Wahlkreis 25, Trier geschickt. In den kommenden Tagen werden wir noch einmal alle Antworten, die uns erreicht haben, online veröffentlichen. 

Was verbindet Sie besonders mit Trier?

Trier ist für mich eine der schönsten Städte Deutschlands und ich lebe sehr gerne hier. Zum einen verfügt Trier über ein reiches kulturelles Erbe, aber zum anderen ist es auch, gerade durch die Hochschule und die Universität, eine sehr junge und lebendige Stadt. Für mich ist das eine unverwechselbare Mischung, die ich sehr schätze. Deshalb liegt es mir besonders am Herzen, Trier auch zu einer der lebenswertesten Städte umzugestalten und damit meine ich nicht ihre weitere touristische Erschließung. Denn leider gehört Trier auch zu den am höchsten verschuldeten Städten in Deutschland, mit den teuersten Mieten und dem teuersten öffentlichen Nahverkehr. Kaum bezahlbarer Wohnraum und eine schlechte Infrastruktur gehen nicht nur zu Lasten der Bevölkerung selbst, es macht auch die Stadt für Studierende nicht besonders attraktiv. Das muss endlich geändert werden…

Welches ist Ihr wichtigstes politisches Ziel, das Sie im Landtag verwirklichen möchten? 

Es gibt nicht ein wichtiges Ziel, sondern verschiedene Ziele in mehreren Bereichen. Neben dem Austritt aus dem kommunalen Entschuldungsfonds, der die Kommunen daran hindert, wichtige Aufgaben im sozialen und kulturellen Bereich wahrzunehmen, gehört die Förderung des sozialen Wohnungsbaus zu den dringlichen Aufgaben. Im Bildungsbereich muss ein neues Ausbildungsrecht geschaffen werden, denn es gibt viel zu viele junge Menschen ohne Berufsausbildung. Die Universitäten und Hochschulen in Rheinland-Pfalz sind drastisch unterfinanziert, sodass z.B. an der Universität in Koblenz-Landau die Teilnahme der Studierenden an wichtigen Seminaren oftmals nicht möglich ist. Es fehlt an Räumen, Personal und Fachausstattung. – Eine andere Hochschulpolitik, die sich mit den Gegebenheiten wirklich auseinandersetzt ist nötig und natürlich eine bessere Grundfinanzierung. Wichtig ist mir auch die Schaffung besserer Personalschlüssel in Kindergärten, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern. Die bessere finanzielle Ausgestaltung des Inklusionskonzeptes halte ich ebenfalls für sehr wichtig.

Warum sollten gerade junge Menschen Ihre Partei wählen?

Alle anderen Parteien planen nur kurzfristig, während DIE LINKE zukunftsorientierte Konzepte fördert, die besonders der heranwachsenden Generation nützen. Der letzte Kinder- und Jugendbericht ergab, dass zahlreiche Jugendliche in Rheinland-Pfalz unter extrem prekären Bedingungen leben müssen. Wir sind die einzige Partei, die für solche Themen in der Öffentlichkeit sensibilisiert und Missstände offen kritisiert.

Ein wichtiger Bereich, der einer rigorosen Sparpolitik zum Opfer fällt, ist der Bildungsetat. Die Beschäftigungsverhältnisse von Lehrkräften an Schulen und Hochschulen sind untragbar, da immer weniger unbefristete Stellen vergeben werden. Lehrberufe und wissenschaftliche Berufe müssen eine dauerhafte sichere Existenz bieten können, andernfalls wird sich das zulasten unserer Bildungsqualität auswirken. Des Weiteren muss der Ökonomisierung unseres Bildungssystems ein Ende gesetzt werden. Schulen sollen nicht nach betriebswirtschaftlichen Kriterien arbeiten, sondern sich an individuellen Bedarfen orientieren. Das heißt unter anderem: Bedarfsorientierte Einstellung von Integrationsassistent/innen zur Unterstützung von Schüler/innen, Investition in Barrierefreiheit sowie die Einführung inklusiver Unterrichtsdidaktik in Lehramtsstudiengängen.

Unsere Forderung nach mehr Investition im Bildungsbereich geht einher mit unserer Forderung nach mehr gesellschaftlicher Teilhabe. Neben der Aufnahme der Rechte von Kindern und Jugendlichen in das Grundgesetz der Bundesrepublik, betrachten wir es als notwendig, Möglichkeiten politischer Mitbestimmung zu schaffen, wie etwa die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre. Doch auch konkretere Reformen ließen sich verwirklichen: Zum einen sprechen wir uns für eine paritätische Sitzverteilung im Hochschulrat zwischen Studierenden und Lehrpersonal aus, um eine Interessengleichheit herzustellen. Darüber hinaus muss jede Schule, ähnlich wie die Hochschulen, über ein Schüler/Lehrer-Parlament verfügen, welches ebenfalls paritätisch besetzt werden soll.

Ein letzter bedeutender Grund, warum junge Menschen DIE LINKE wählen sollten: Wir streben nach einer Welt frei von Waffen und Krieg sowie die endgültige Abschaffung von Atomwaffen, die auch in Rheinland-Pfalz gelagert werden, etwa in Büchel oder Ramstein. Kriege traumatisieren alle Menschen und verhindern ein gesundes und sorgenfreies Aufwachsen.

Ein besonders wichtiger Grund, die LINKE zu wählen ist auch, dass es eine starke LINKE Stimme geben muss im Landtag gegen eine rechtspopulistische AFD, die rassistische, fremdenfeindliche und unsoziale Politik mehrheitsfähig machen will. Mit der LINKEN im Landtag wird Rheinland-Pfalz offener, inklusiver und bunter.

Zum Schluss eine persönliche Frage: Wer ist ihr größtes politisches Vorbild? 

Durch meine Forschungstätigkeit zum Frauen-KZ Ravensbrück hatte ich das Glück, viele mutige und großartige Frauen kennen gelernt zu haben, die als Widerstandskämpferinnen gegen das NS-Regime engagiert waren. Jede einzelne dieser Frauen ist für mich ein Vorbild und sie getroffen zu haben, war ein ganz besonderes Erlebnis und eine große Bereicherung.

Zu meinen größten bekannten, politischen Vorbildern gehört die Pazifistin, Reichstagsabgeordnete der KPD (1920-33) und Frauenrechtlerin Clara Zetkin, die eine Schlüsselfigur für die deutsche und internationale Frauenbewegung war. Auf ihre Initiative geht auch der 8. März zurück. Ihre Forderungen nach beruflicher und gesellschaftlicher Gleichberechtigung waren wegweisend und sind es immer noch. Leider wird viel zu wenig an sie erinnert.

 

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