Zum Nachtisch Politik – Thorsten Kretzer, Bündnis 90/Die Grünen

21 Jan

Im Rahmen der Veranstaltung „Zum Nachtisch Politik“ lädt die Evangelische Studentinnen- und Studentengemeinde (ESG) seit 2009 Politiker zu Fragerunden mit Studierenden in die Universität ein. Die teilnehmenden Politiker haben 10 Minuten Zeit um sich selbst vorzustellen und drei Leitfragen zu beantworten, bevor sie sich den Fragen der Studierenden stellen müssen. Versüßt werden die halbstündigen Fragerunden durch Süßspeisen, die vom Studiwerk serviert werden. 

Endlich gab es die heißersehnte Schokobanane zum Nachtisch. Mit ihr kam Thorsten Kretzer. Der 45 Jahre alte Grüne ist Mitarbeiter im Wahlkreisbüro der grünen Bundestagsabgeordneten Cornelia Röffer, Mitglied des Trierer Stadtrates und möchte ab März in den Landtag einziehen. Seinen früheren beruflichen Hintergrund hat Thorsten Kretzer in der Sozialarbeit. Durch seine Arbeit bei der Lebenshilfe e.V. wurde auch sein politisches Weltbild geprägt. Er möchte sich im Landtag vor allem für Inklusion einsetzen, was für ihn nicht nur die Integration von Behinderten, sondern eine Teilhabe aller im Leben und an der Politik bedeutet.

FullSizeRenderDie aktuelle Flüchtlingsproblematik sieht Thorsten Kretzer als Chance, aber auch als Weckruf. Die Geflüchteten würden große Ressourcen mit nach Deutschland bringen, die unserem Land Nutzen bringen werden. Allerdings zeige die aktuelle Situation auch auf, wo das Land in den letzten Jahren geschlafen hat. So gäbe es vor allem in Trier nicht ausreichend bezahlbaren Wohnraum, nicht nur für die Geflüchteten, sondern auch für die Bürger der Stadt und jene, die es werden wollen. Da Trier die dritthöchsten Mitsteigerung im ganz Deutschland verzeichnet, möchte er sich für eine Ausweitung des sozialen Wohnungsbaus einsetzen. Thorsten Kretzer unterstreicht, dass die Landesregierung, zu der seine Partei gehört, in der nun fast vergangenen Legislaturperiode bereits 4000 neue Wohnungen für Studierende geschaffen hat.

In der Hochschulpolitik möchte sich Thorsten Kretzer für eine Lockerung der hierarchischen Strukturen in der Verwaltung und eine größere Teilhabe der Studierenden an dieser einsetzen. Auch weitere Verbesserungen in der Qualität von Forschung, Lehre und der Beschäftigungspolitik an den Hochschulen stehen auf der Agenda des Grünen. Die Regierungskoalition aus SPD und seiner Partei habe die finanziellen Ressourcen der Hochschulen in den vergangenen Jahren bereits verbessert und 300 unbefristete Stellen geschaffen. Jedoch würden gerade zahlreich vorhandenen befristeten Stellen der wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Qualität von Lehre und Forschung massiv einschränken. Das möchte der Grüne durch die Schaffung von weiteren unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen ändern. Zudem fordert Thorsten Kretzer ein flächendeckend gültiges Semesterticket für ganz Rheinland-Pfalz.

Artikel: Raphael Zingen 

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